Genussläufer

fullsizeoutput_330Mein Weg zum Mallorca Halbmarathon nimmt langsam Formen an. Nachdem ich euch bereits im ersten Teil mit meinem Knie und seinen Zickereien bekannt gemacht habe, geht es diese Woche um das tägliche Training und meine Motivation. Der es, wo auch immer sie sich verstecken mag, hoffentlich gut geht…

Ich gebe es zu, ich zähle zu der Sorte Menschen, die gerne früh aufstehen – freiwillig!  Allerdings hat keiner davon geredet, dass ich morgens ein Feuerwerk der guten Laune bin. Ich bin nämlich felsenfest davon überzeugt, dass man vor 9 Uhr noch gar nicht in der Lage ist überhaupt schon eine Laune zu besitzen. Warum gehe ich also vor sieben Uhr morgens Laufen, während sich jeder normale Mensch unter seine warme und weiche Decke verkriecht statt sich die Beine zu vertreten? Ich verrate es euch: Weil alles über fünf Kilometer aussieht wie Sterben mit Anlauf! Vielleicht hat mein Körper aber auch schon immer gewusst das Laufen eine Fallbewegung ist…

Ich jogge nicht, ich laufe Amok!

Ich falle morgens aus dem Bett und das erste worauf ich mich freue ist ein Americano und die einzigartige Ruhe, die sich morgens über den Tiergarten legt. Nur der Park und ich. Richtig liebe Gaffer, bitte weiterlaufen, hier kommt ein Genussläufer. Im Gegensatz zum CrossFit, wo ich jeden Tag ein neues Workout vor die Nase gesetzt bekomme, welches ich gefälligst zu absolvieren habe, hat das Laufen eher etwas meditatives für mich: Konstantes Tempo, die selbe stetige Schrittlänge und eine vertraute Umgebung. Den Berliner Tiergarten kenne ich mittlerweile wie meine Westentasche und obwohl ich diese Routine liebe, konnte ich meiner Trainingsroutine in der letzten Mai-Woche entfliehen. Während ich im Flieger nach Mallorca saß (na klar habe ich dort auch die ersten Kilometer am Mittelmeer getestet), las ich diesen Satz hier:

 „Ich habe nur wenig Gründe, weiter zu laufen, aber einen ganzen Lastwagen voller Gründe, damit aufzuhören. Was bleibt mir anders übrig, als die wenigen Gründe, die dafür sprechen, zu hegen und zu pflegen.“ Haruki Murakami

Passt wie die Faust aufs Auge! Denn obwohl ich sehr gerne Joggen gehe, kenne ich den berühmten „Runners High“ leider nur aus dem Lehrbuch oder von Erzählungen, persönlich wollte er sich mir noch nicht vorstellen. Was zugegebener Weise daran liegt, dass ich beim Training eher im konstanten Sparmodus bleibe statt hin und wieder in den Sportmodus zu wechseln. Meine Woche läuft so ziemlich gleich ab:

Montag Abend CrossFit
Dienstag Morgen Yoga
Mittwoch Abend CrossFit
Donnerstag frei
Freitag CrossFit oder Laufen
Samstag Morgen CrossFit
Sonntag Morgen Laufen oder auch Fallen lernen…

Neben CrossFit und Yoga schnüre ich also mindestens einmal, im Idealfall zwei Mal meine Laufschuhe. Unter der Woche ist das Tempo eher Piano um hier und da noch schnell ein Instagram Foto zu schießen. Am Sonntag Morgen (Punkt 9:00 Uhr) geht es dann auf die Tartanbahn im Berliner Grunewald. Hier werde ich von meinen Trainern Anna und Daniel nicht nur mit Sprints und Intervall-Training getriezt, hier lerne ich auch kontrolliertes Fallen.

Nicht Laufen ist auch keine Lösung

Das Laufen oder auch Gehen ist wie schon erwähnt als kontrolliertes Fallen zu betrachten. Wir Menschen gehören zu der glücklichen Spezies, welche stabil auf zwei Beinen stehen kann. Grundvoraussetzung dafür ist es eine Balance zwischen Rumpf, Gliedmaßen und der Muskelaktivität herzustellen. Diese dynamische Stabilität ist gegeben, wenn der Körperschwerpunkt im Lot ist. Verlagert sich der Körperschwerpunkt beispielsweise nach vorne, dann ist dieses Gleichgewicht nicht mehr gegeben. Unser Körper will der in Richtung Boden wirkenden Kraft entgegenwirken und schwups schon sind wir mittendrin im Bewegungsmechanismus der menschlichen Fortbewegung.

Ich bin zwar eine Frau, aber das ist noch keine Voraussetzung dafür multitaskingfähig zu sein. Meine Kollegen wissen das und warten geduldig auf meine Aufmerksamkeit, wenn ich gerade an etwas wichtigem arbeite. In ganz dringenden Fällen machen sie sich per Zeichensprache bemerkbar, das ist aber eher die Ausnahme. Zurück zum Laufen. Um das Zusammenspiel des Bewegungsapparates perfekt zu trainieren, muss man viele Faktoren berücksichtigen: Laufen auf dem Vorrufe, eine aktive Körpermitte, aktive Arme, die den gewonnen Schwung an die Beine weitergeben. Und last but not least, die Fallbewegung. Schaut man sich das Track-Training von Weltrekordhalter und Olympiasieger Usain Bolt an, so erkennt man sehr gut, wie er seinen Körperschwerpunkt nach vorne verlagert um die Fallbewegung einzuleiten.

calamandia

Die Bucht von Cala Mandia

Um eine Routine in die Laufbewegung zu bringen muss man diese natürlich konstant trainieren. Mir als Multitasking-Krüppel fällt dies besonders schwer, denn eigentlich bin ich doch ein Genussmensch und auf einmal soll ich mich auf so viele Sachen gleichzeitig konzentrieren? Na danke! Das wird ein hartes Stück Arbeit. Auf Mallorca läuft das mit der Fallbewegung ganz gut, denn durch die hügeligen Straßen kann man beim Anstieg an seiner Vorfußtechnik feilen und auf dem Weg nach unten an der kontrollierten Fallbewegung.

Ich bin schon ganz gespannt, wo die Strecke des Mallorca Halbamarathons verläuft, wie das Wetter mitspielt und wie ich die 21 Kilometer hinter mich bringen werde. Bis dahin wird allerdings erstmal fleißig weiter trainiert…

 

Lauf Lektüre 👍😁

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3 Comments

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  2. […] Den Weg meiner Mallorca-Marathon-Reise könnt ihr hier noch einmal nachlesen: Teil I  Teil II […]

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  3. […] Und wer dann noch nicht genug hat, der darf sich die Fortsetzung auch noch reinziehen! […]

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