Palma, das größte Erlebnis meiner LAUFbahn!

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Mein erster Halbmarathon liegt hinter mir! Während ich in meinem Apartment in Palma sitze, sich mein Adrenalinpegel so langsam wieder einpendelt und meine Beine nach einer Massage schreien, kann ich es immer noch nicht fassen. In einer mir unvorstellbaren Zeit von 1:57,52 habe ich meine eigenen Erwartungen übertroffen. Okay, beim ersten Halbmarathon sollte das Durchkommen das wichtigste Ziel sein, doch insgeheim habe ich von einer Zeit unter 2 Stunden geträumt. Dass ich diese magische Grenze tatsächlich knacke, hätte ich bis zum Zieleinlauf niemals für möglich gehalten, vor allem nachdem ich am letzten Wochenende, wie ein Nervenbündel beim Asics Grand 10 an den Start ging. Doch noch mal von Anfang an …

Blanke Nerven bei 9 Grad Kälte!

Bildschirmfoto 2015-10-18 um 17.11.51So ein 10-Kilometer-Lauf soll ja die perfekte Vorbereitung für einen Halbmarathon sein, habe ich mir zumindest gedacht und noch schnell einen Startplatz für den Asics Grand 10 unter den Nagel gerissen. Dass Dumme war nur, dass ich mir bei schönstem Sonnenschein und knappen 9 °C wortwörtlich den Hintern abgefroren habe. Erst nach rund vier Kilometern wurde mir in Shorts und Shirt so richtig warm.

Mein Ziel für den Lauf durch die City West samt Zoo waren 45 Minuten. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 49:21 Minuten war ich zwar schnell, aber nicht schnell genug.
Neben meinem knapp bemessenen Outfit machte mir vor allem meine Nervosität zu schaffen. Und ich meine kein kleines Muffensausen, ich meine eine ausgewachsene Panik, denn nachdem ich sage und schreibe drei Mal an der Haustür haltgemacht habe und noch mal in die Wohnung geflitzt bin, wäre ich fast ohne Chip und Sicherheitsnadeln an den Start gegangen. Doch wie sollte es auch anders sein, ich hatte auch beim dritten Anlauf etwas vergessen. Als ich schließlich im Bus saß, um mich vorab mit meiner Laufpartnerin Judith zu treffen, fiel mir ein, dass ich mein Armband für mein iPhone auf dem Küchentresen vergessen habe, natürlich lagen die Kopfhörer direkt daneben. Macht nichts, ohne Musik und mit Handy in der Hand ging es also an den Start. Doch etwas gutes hatte das Ganze: Ich konnte meinen kleinen Fanklub viel besser hören! Bildschirmfoto 2015-10-18 um 17.11.37

Nachdem ich also den letzten großen Lauf vor meinem Halbmarathon hinter mir hatte, wurde mir erst richtig bewusst, auf welches Abenteuer ich mich da überhaupt eingelassen hatte. Palma sollte das größte Abenteuer meiner LAUFbahn werden!

Den ersten Halbmarathon vergisst du nie, wurde mir gesagt. Frankie, mein Laufbuddy bei #BOOSTBERLIN hat mir sogar geraten. es einfach zu genießen und Spaß zu haben. Gesagt getan, nachdem ich mir am Donnerstag ein letztes Mal bei sechs Kilometern die Beine vertreten habe, sollte es am Freitag um 8 Uhr morgens Richtung Mallorca gehen.
Da ich nur mit Handgepäck fliegen wollte, ging alles ganz schnell. Nach einem Zwischenstopp in Köln landete ich nachmittags auf der Sonneninsel. Ich entschied mich von vornherein für ein Airbnb Apartment in der Altstadt. Nachdem mir meine Vermieterin einen Stadtplan überreichte mit ihren Geheimtipps was Restaurants, Supermärkte und ihr Lieblingscafé anging, machte ich mich auf die Socken. Ich plünderte den nächstbesten Supermarkt und wollte noch schnell meine Startunterlagen abholen.

Zu meiner großen Überraschung fand ich auf dem Weg dorthin mein Lieblingscafé „Fibonacci“ durch einen Zufall wieder. Hier hatte ich im letzten Jahr den ersten Cappuccino mit Zimt getrunken. Das war auch meine erste Anlaufstelle, als ich am Samstag meine Sightseeing-Tour startete.

Der Tag vor dem großen Lauf

Schwarz auf weiß #mallorcamarathon

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Der Samstag stand ganz im Zeichen des Sightseeings und Essens. Zu Fuß wollte ich einen Teil der Strecke zurücklegen und Palma besser kennenlernen, als ich es bei meinen vier Besuchen zuvor getan habe. Von der Kathedrale über das Raw Food Café „Ziva“ in Santa Catalina bis hin zur Streetfood Halle „San Juan“ habe ich den Tag bei sommerlichen 25 Grad genossen. Komischerweise war ich gar nicht aufgeregt, sicherheitshalber stelle ich mir trotzdem 4! Wecker, um nicht zu verschlafen.

Der große Tag

Um sechs Uhr hieß es aufstehen, doch mein grummelnder Magen wollte nicht so wie ich wollte. Mit einer Schüssel Granola, Joghurt und Mango intus legte ich mich noch nen halbes Stündchen aufs Ohr. Schließlich fiel der Startschuss erst um neun Uhr und ich wollte mich um acht auf den Weg Richtung Promenade machen. Rund zwei Kilometer waren es bis dahin, die wollte ich zum Warmlaufen nutzen. Aus meinem gut durchdachten Plan wurde allerdings nichts, denn während ich mal wieder die Zeit vertrödelte, stand ich erst um 8:45 an der Garderobe um meinen Turnbeutel abzugeben. Vor dem Start auf die Toilette zu gehen konnte ich mir abschminken, denn die 348 Leute vor mir in der Schlange wollten mich sicher nicht vorlassen. Mit gut gefüllter Blase ging ich also an den Start, doch wo war eigentlich mein Startblock? Das dicke B auf meiner Brust sicherte mir einen Platz in der zweiten Reihe. Als ich mich umschaute sah ich allerdings nur durchtrainierte Läufer – um genauer zu sein Männer! Na das kann ja heiter werden, ich als Neuling mit den ganzen Flitzpiepen.

Aber aus der Nummer kam ich nun eh nicht mehr raus. Gesagt getan, für Nervosität blieb keine Zeit, denn genau in dem Moment wo ich meine Spotify Playlist anschaltete fiel auch schon der Startschuss. Die ersten zwölf Kilometer sollten wir entspannt an der Promenade laufen, bevor es weitere neun Kilometer durch die Altstadt ging. Doch die Rechnung habe ich ohne mein Knie gemacht. Nach Kilometer drei bemerkte ich das erste Pochen, was sich schnell zu einem stechenden Schmerz entwickelte und bis Kilometer sieben zur Hüfte hochwanderte. Bis Kilometer neun überlegte ich ernsthaft hinzuschmeißen, doch mein Ehrgeiz hielt mich davon ab. Ich bin doch nicht so viele Kilometer geflogen um jetzt das Handtuch zu werfen. Okay meine Vorbereitung war mehr schlecht als recht, schließlich bin ich in meinen drei Monaten „intensiver“ Vorbereitung nur zwei Mal mehr als 10 Kilometer gelaufen. Dafür musste ich nun bezahlen…

„Wie komme ich aus dieser Hölle von Halbmarathon bloß raus?“

Bis Kilometer zwölf war ich also fest davon überzeug, dass ich diesen Lauf nicht überstehen werde, beziehungsweise anschließend eine Hüfttransplantation brauche! Hatte ich die 10km mit knapp 55 Minuten hinter mir gebracht, kotzte ich bereits über die 250 Meter Höhenunterschied der Strecke und den gefühlten 45 Grad im Schatten. Was hatte ich mir nur dabei gedacht? Doch zu meiner großen Überraschung stellte ich fest, dass mich bei Kilometer 14 der Renners High gepackt hat. Ich habe schon viel von ihm gehört, doch so richtig high vom Laufen war ich nie. Mit einem Mal waren die Schmerzen weg, ich lief als würde es kein Morgen geben. Der dunkle Tunnel aus Schneckentempo und Schmerzen lag hinter mir. Ich schaute auf mein Handy und rechnete mir aus, dass ich es vielleicht doch noch schaffen könnte unter zwei Stunden ins Ziel zu kommen. Knapp aber die Möglichkeit war zum Greifen nah. Mit ner ordentlichen 4er Pace überholte ich sämtliche Läufer und rannte die letzten Kilometer über Kopfsteinplaster ins Ziel.

Während auf den ersten Kilometern kaum Zuschauer standen, wimmelte es in der Innenstadt nur so vor Kindern, die deine Hand abklatschen wollten. Doch dafür blieb mir kaum Zeit, schließlich wollte ich meine 2h-Zielzeit knacken. Als ich aus der City in die Promenade einbog und das Ziel sah, legte ich noch an Geschwindigkeit zu. Während der Sprecher meinen Namen rief, konnte ich nicht mehr an mich halten. Mit einem Lächeln und Freudentränen in den Augen lief ich über die Ziellinie, nur um knapp 5cm dahinter auf mein verdammtes iPhone zu gucken. YES, geschafft. In einer Zeit von 1:57,52 habe ich den ersten und schnellsten Halbmarathon meiner Karriere hinter mich gebracht! Und ja, das darf man an dieser Stelle auch mal ein Eigenlob aussprechen, denn ich bin unfassbar stolz, stolz auf meine eigene Leistung und alle die mich auf dem Weg dahin unterstützt haben. ❤

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Jetzt aber genug erzählt, es ist schon kurz vor acht und morgen um 6 geht mein Flieger zurück über Barcelona Richtung Berlin!

Bis bald eure Jana

Dinge, die diesen Lauf zu einer echten Herausforderung machten:

  • die Hitze, bei 24 Grad im Schatten, hätte der erste Wasserstand bereits an Kilometer zwei stehen können
  • Apropos Wasser, statt gefüllter Becher gab es hier kleine Flaschen, die man erst aufschrauben musste. Liebe Veranstalter, welcher normale verschwitzte Mensch soll dies während eines solchen Laufs schaffen?
  • Mein Hunger, ja ich hab immer Appetit, aber während ich vor dem Lauf ordentlich gefrühstückt habe und mir auf dem Weg noch eine Questbar reingegriffen habe, meldete sich mein Magen nach der Hälfte der Strecke. Mir blieb also nichts anderes übrig als ein stück Banane zu essen – und jeder der mich kennt, weiß wie ich Bananen hasse!
  • Die Strecke, satte 250m Höhenunterschied und Kopfsteinpflaster machen die 21 Kilometer nicht gerade zum Vergnügen, sorry liebe Veranstalter
  • Support, so wenig wie in Palma während des Marathon Wochenendes los war, können sich die Spanier von Berlin noch ne Scheibe abschneiden

Sachen die ich dufte fand:

  • Die günstige Anmeldung von 18 Euro inklusive T-Shirt und Chip, okay ich musste am Tag des Laufes noch 5 Euro für die spanische Lizenz (ist in Deutschland nicht verpflichtend) zahlen, aber damit konnte ich leben
  • Meine Startnummer galt auch als Ticket in den Öffis
  • Das gesamte Wochenende! Palma ist eine Stadt für sich und ich habe sie bereits bei meinem ersten Besuch ins Herz geschlossen. Dass ich hier nun meinen ersten Halbmarathon laufen durfte, war etwas ganz besonderes

Für alle, die sich fragen, was der ganze Zirkus hier soll, der darf sich direkt den ersten Teil meiner Malle Memoiren durchlesen!

Und wer dann noch nicht genug hat, der darf sich die Fortsetzung auch noch reinziehen!

Alle guten Dinge sind ja bekanntlich (Teil) drei!

Okay, der vierte ist auch fantastisch geworden

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1 Comment

  1. […] und ich im Oktober schließlich unsere ersten Halbmarathons gelaufen – sie in Rostock, ich auf Mallorca. Damals war ich glücklich, es überhaupt ins Ziel geschafft zu haben. Zurück in Berlin hatten wir […]

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